MZ-Artikel 24.07.2004

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Efeu rankt ins Schulgebäude · Foto: R. Fischer
 
Nur ein Kommentar: Traurig!

Ehemalige Landesschule Zur Pforte in erbärmlichem Zustand. "Ehemalige" treffen sich regelmäßig in der Volmestadt. "Schade, dass Gebäude nicht weiter genutzt werden"

MEINERZHAGEN · Es sieht nicht gut aus in den Räumen der ehemaligen Landesschule zur Pforte. Efeu und Unkraut haben einen Weg ins Innere der Räume gefunden, überall zerbrochene Scheiben und demontierte Waschbecken, nutzlos gewordenes Mobiliar, ein Scherbenhaufen!(Foto) Trostlos die Agora, früher Treffpunkt der Schüler, an dem quirliges Treiben herrschte. Das Theater verwaist, wo Tragödien und Lustspiele aufgeführt oder Konzerte mit dem Chor und dem Orchester der Landesschüler stattfanden. Im Auftrag der Männerarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen werden derzeit Heizkörper von Rentnern abmontiert, die sich ehrenamtlich engagieren. Der Metallwert bringt noch einen Erlös, der dem "Kinderdorf Nadeshda" in der Nähe von Minsk zu Gute kommt, in dem Tschernobyl geschädigte Kinder leben und unterrichtet werden (es wurde berichtet). Die ehemaligen Mitarbeiter der Schule, aus Küche und Haus und die Lehrer, nehmen an dem Geschehen weiterhin großen Anteil. 28 an der Zahl kamen zum jüngsten Treffen in Meinerzhagen, einige waren von weit her angereist, um sich mit den hier Ansässigen im Clubhaus des Tennisvereins zu Speis und Trank zu versammeln. Alle zwei Jahre pflegt man diese gute Sitte. Zur jetzigen Situation gab es nur einen Kommentar: Traurig! Aber die Jahre sind unvergessen, in denen sie zusammen gelebt und gearbeitet haben wie eine große Familie. "Wir haben immer gehofft, dass die Schulgebäude weiter genutzt würden. Wir wären wieder dabei gewesen." Der Abriss der Schule wird demnächst erfolgen, doch die Erinnerungen bleiben, und die "Ehemaligen" werden sich weiterhin in regelmäßigen Abständen treffen. · Fis


© [24.07.2004] Märkischer Zeitungsverlag GmbH & Co. KG
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